Das Postkartenmotiv “ZURICH” spielt mit den Klischees rund um die Stadt Zürich und die Schweiz. Es verbindet verschiedene grafische Elemente, um eine kritische, aber zugleich humorvolle Neuinterpretation zu schaffen. Das Hauptmotiv ist eine Fotocollage, die Zürich auf surreale Weise darstellt.
Der Hintergrund zeigt eine Pano- ramaaufnahme der Stadt, eingefärbt in pastellige Töne. Die Farben wurden von den 1000-Franken-Scheinen inspi- riert, da diese die höchste Geldnote in der Schweiz sind und den finanziellen Reichtum symbolisieren. Der grosse Schriftzug “ZURICH” verstärkt die zentrale Botschaft und hat eine doppelte Bedeutung: Einerseits ist es der englis- che Name der Stadt, andererseits spielt es im Schweizerdeutschen auf „zu riich“ (zu reich) an, was perfekt zum Thema der Postkarte passt. Im Vordergrund stehen Symbole für Reichtum: Eine überdimensionierte 5 Franken Münze, mehrere Bündel von 1000 Franken Noten und eine riesige Hand, die das Geld präsentiert. Der Prime Tower, das höchste Gebäude Zürichs, dient als Zeichen für die Finan- zwelt und wirtschaftliche Macht. Die Ironie des Wortspiels “ZURICH” hebt die Thematik der finanziellen Ungleichheit hervor. Ein entscheidendes Gestaltungselement ist der Kontrast zwischen Farbe und Schwarzweiss. Während der reiche Teil der Stadt farbig und lebendig erscheint, sind die Bereiche ohne Geld in monochromen Tönen gehalten. Dies symbolisiert die soziale Ungerechtigkeit und die Schere zwischen Arm und Reich, dort, wo kein Reichtum vorhanden ist, verliert das Bild seine Farbigkeit und Lebendigkeit. Die gesamte Postkarte ist mit einer Struktur versehen, die an Luftpol- sterfolie erinnert. Dies könnte als Anspielung auf Konsum, Wert oder Schutz interpretiert werden und verleiht der Collage eine plastische Wirkung. Der humorvolle (fake) Website Link “www.die-stadt-die-zu-rich-isch.ch” verstärkt die Ironie des Motivs und unterstreicht den kritischen Blick auf Zürich als Finanzmetropole. Durch die bewusste Überzeichnung von Klischees und die surrealen Elemente entsteht eine kreative Auseinandersetzung mit dem Image der Stadt. So bleibt die Postkarte nicht nur eine Erinnerung, sondern regt auch zum Nachdenken an.
